lauter niemand - bio - prosa - lyrik - poetik
 
 
Peter Jonas
 
 
literaturlabor 20.07.2003
 
Fischfang
 
Der Grossvater war kein Angler, auch ein Jäger war er nicht, er besass keine Flinte und keine grüne Joppe.

Manchmal nahm er seinen Rucksack und verliess leise vor Sonnenaufgang das Haus.

Der Grossvater war alt und langsam, sein Fahrrad klapperte auf dem Waldweg, und heute schlichen die Enkel ihm nach.

Am See stieg der Grossvater vom Fahrrad, er stellte den Rucksack am Ufer ab und setzte sich daneben.

Er saß dort.

Er sah durch den Morgennebel über das Wasser, und den Kindern wurde es langweilig, und als etwas vorschnellte, wurden sie aufmerksam, des Grossvaters schwerer Körper tauchte in das Wasser, etwas knurrte, das Wasser schäumte, dann zog der Grossvater sich mit seinen Händen auf das Ufer, mit seinem Mund hielt er einen Hecht, und der Fisch zappelte, schlug heftig mit der Schwanzflosse gegen des Grossvaters Kopf.

Der Grossvater setzte sich, nahm den Fisch mit seinen Händen und, die Kinder erstarrten, wandte seinen Kopf zu ihnen, die sich unsichtbar im Dickicht verborgen wussten, er blähte seine Nüstern, sog die Luft ein und machte seine Augen schmal, grinste dann und riss mit seinen Zähnen Stücke aus dem zuckenden Tier. Er kaute schmatzend.

Dann vergrub er die Reste des Fisches am Waldrand und stieg auf sein Fahrrad. Der Grossvater fuhr jetzt schnell, fuhr zum Laden und, sie hatten es geschafft, vor ihm im Haus zu sein, schenkte seinen Enkeln eine gewaltige Portion Eis.